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Die genaue Diagnose des Verbrennungsgrades war schon immer schwierig, teils sogar für den erfahrenen Kliniker.
Moor Instruments hilft mit unterschiedlichen Laser-Doppler-Bildgebern dem Kliniker, eine geeignete Behandlungsstrategie zu finden. Unsere Bildgeber stellen den Blutfluss in der Haut dar und beurteilen ihn, und diese in klinischen Studien validierte Beurteilung zeigt eine starke Korrelation mit den Heilungschancen der verbrannten Areale.

Einführung

Schwierig zu beurteilende Verbrennungswunden werden oft als „mit unterschiedlicher Tiefe“, als „mittlere Verbrennung“ oder als „mit unklarem Verbrennungsgrad“ charakterisiert, und dies auch von erfahrenen Chirurgen. Dies gilt heute ebenso wie 1953, als Jackson bemerktet: „Initial weiß erscheinende Verbrennungen der Haut bedeuten nicht notwendigerweise einen Hautverlust in der gesamten Tiefe. Und dies gilt gerade auch für große Areale mit weißem, nekrotischem Gewebe an der Oberfläche von Verbrennungen, nachdem der Bereich der Stase sich weiß eingefärbt hat. Der Arzt, der die weiß erscheinenden Verbrennungsareale sieben bis zehn Tage nach der Verbrennung entnimmt und sich dabei vor allem an der Farbe als Hinweis auf den Verbrennungsgrad verlässt, wird oft auch Haut entfernen, die nach zwei bis drei Wochen ohne Narbenbildung geheilt sein würde.“

Die Empfindlichkeit auf Nadelstiche ist oft ein diagnostisches Hilfsmittel, dabei aber durchaus subjektiv: „Ein Nadelstich ist nutzlos: etwas 10 Stiche pro inch2 sind notwendig, und zwar nicht nur weil die Schmerzrezeptoren lokalisiert sind, sondern auch, weil die Bereiche mit Hautverlust in der vollen Tiefe auch nicht durchgängig in einem Areal auftreten.“ (Jackson, 1953). Die Verwendung der Laser-Doppler-Methode ermöglicht es dem Verbrennungsteam, unter die obersten Hautschichten zu „sehen“ und den Blutfluss berührungslos und schmerzfrei zu beurteilen.

Die Vorteile einer Laser-Doppler-basierten Darstellung des Verbrennungsgrades

Konservativ behandelte Verbrennungen: Ein signifikanter Teil von Verbrennungswunden, die anfänglich konservativ behandelt werden, werden zu einem späteren Zeitpunkt chirurgisch behandelt (Engrav et al., 1983). Die Einführung der Laser-Doppler-Bildgebung (Laser-Doppler Imaging LDI) als Hilfsmittel für die Beurteilung von Verbrennungen kann den Zeitverlust für einen chirurgischen Einsatz herab setzten, wenn die konservative Behandlung sich nicht als richtige Entscheidung herausstellt. Verzögerungen und eine spätere Wiederherstellung können mit LDI vermieden werden.

Frühzeitige Entfernung: Die Vorteile einer frühzeitigen Entfernung vor allem bei schweren Verbrennungen sind weithin bekannt (Herndon et al., 1989). Laser-Doppler Imaging LDI in Verbindung mit einer klinischen Einschätzung hat gezeigt, dass es eine valide Einschätzung (95 %) des Verbrennungsgrades bereits 48 Stunden nach der Verbrennung ermöglicht. Dies erlaubt eine frühe und genaue Planung der Wundbehandlung und vermeidet unnötige chirurgische Eingriffe.

Transplantationen: Eine genaue Bildgebung des Blutflusses in der Verbrennungswunde mit LDI ermöglicht dem Chirurgen, die Fläche für die Gewebeentnahme und Transplantation zu begrenzen. Dies verringert nicht nur die notwendige Transplantationsfläche sondern auch die der Ersatzhaut.

Wundauflagen: Eine genaue und frühe Beurteilung des Heilungspotentials ermöglicht die geeignete Wahl der Wundauflage, was zu einer früheren Heilung und damit auch einer Kostenersparnis führt. Dadurch können Verzögerungen vermieden werden, sofern chirurgische Eingriffe notwendig sind, und es wird der rechtzeitige Aufbau von patienteneigenem Gewebe (Autotransplantat) ermöglicht (Kim et al., 2010). Ferner kann die Anzahl der notwendigen Wundauflagen minimiert werden.

Zusammenarbeit von Arzt und Patient: Die Notwendigkeit von chirurgischen Eingriffen kann dem Patienten überzeugend durch LDI–Bilder des Blutflusses dokumentiert werden. Auch in dem weiteren Behandlungsverlauf ist für den Patienten die Kontrolle des Wundheilungsfortschritts durch LDI-Bilder hilfreich.

Krankenhausliegezeiten: Es konnte gezeigt werden, dass die frühe und genaue Beurteilung von Verbrennungen mit LDI die durchschnittliche Behandlungszeit verkürzt, und zwar von 3,4 auf 2,1 Krankenhaustage und von 15,1 auf 9,8 Tage bei chirurgischer Behandlung (Petrie et al., 2004). In einer anderen Studie (Kim et al., 2010) wurde eine Verkürzung der Entscheidungsfindung für eine chirurgische Behandlung um 2,7 Tage nachgewiesen.

Rehabilitation: Eine richtige konservative Behandlung führt zu einer schnelleren Wundheilung und geringerer Narbenbildung. Ebenso ist auch eine frühzeitige Entfernung und Transplantation einer schnellen Wundheilung förderlich und mit weniger Komplikationen durch Infektionen und geringerer Narbenbildung verbunden. In beiden Fällen hilft LDI in der Beurteilung und Entscheidungsfindung und führt zu einer schnelleren und besseren Heilung.

Objektive Dokumentation: Im Behandlungsablauf des Krankenhauses ist zunehmend eine objektive Dokumentation des Krankenverlaufs notwendig. Dies ist in all den Fällen notwendig, bei denen es zu Konflikten um die Beurteilung von diagnostischen Aussagen und richtige Behandlung geht. Den behandelnden Ärzten gibt LDI objektive Kriterien an die Hand, die in gerichtlichen oder außergerichtlichen Klagefällen hilfreich sind. LDI stellt ebenso ein wichtiges Instrument für die Vermittlung der Diagnose und Behandlungsentscheidungen gegenüber Patienten und deren Familien dar, besonders in pädiatrischen Fällen.

Forschung im Bereich Verbrennungen: Der Vergleich unterschiedlicher Wundversorgung verlangt eine objektive Einschätzung des Wundzustandes vor und während der Behandlung, und dies wird durch LDI gewährleistet. LDI spielt eine fundamentale Rolle in der Erforschung der mikrovaskulären Mechanismen der Wundheilung.

Referenzen

Engrav L.H, Heimbach D.M, Reus J.L, Harnar T.J, Marvin J.A. Early excision and grafting vs non-operative treatment of burns of indeterminant depth: A randomized prospective study. J Trauma, 1983, 23; 1001-1004.

Jackson D M, The diagnosis of the depth of burning. Br J of Surg, 1953, 40: 588-596.

Kim LH, Ward D, Lam L, Holland AJ. The Impact of Laser Doppler Imaging on Time to Grafting Decisions in Pediatric Burns. J Burn Care Res. 2010, 31; 328-332.

Petrie N, Norbury W, Fogarty B, Philp B, Barrat J, Dziewulski P, The use of Laser Doppler Imaging to reduce operative intervention in the treatment of Paediatric Burns. 12th Congress of ISBI, Yokohama, Japan, 2004 (abs).